NESTLÉ Cocoa Plan

Donnerstag, December 8, 2016

Gemeinsame Wertschöpfung im Kakaoanbau

Als einer der weltweit größten Verarbeiter von Kakao will Nestlé gewährleisten, dass dieser Rohstoff nachhaltig produziert und insbesondere die Lebensgrundlage der Bauern, die vom Kakaoanbau leben, verbessert wird. Gleichzeitig sind wir darauf angewiesen, dass wir auch langfristig qualitativ guten Kakao für unsere Produkte beziehen können.

Kakao ist eine wesentliche Grundlage des Lebensunterhalts von 40 bis 50 Millionen Menschen weltweit. Rund fünf Millionen Kleinbauern und deren Familien leben vom Kakaoanbau. Das Wissen der Kleinbauern über Anbaumethoden und Qualitätssicherung ist häufig gering: Ein niedriges Bildungsniveau bei der ländlichen Bevölkerung und fehlender Zugang zu finanziellen und technischen Hilfsmitteln erschweren die Verbreitung moderner Anbaumethoden, mit denen die Bauern ihre Erträge und Einkommen steigern können. 

Während die weltweite Nachfrage nach Kakao zunimmt, gingen in den vergangenen Jahren die Erträge in wichtigen Anbauregionen zurück. Durch die Vernachlässigung des Kakaoanbaus und fehlende Investitionen ist der Pflanzenbestand vor allem in Elfenbeinküste überaltert. Die Folge: Die Pflanzen sind krankheitsanfällig, die Erträge und die Qualität sinken.

Herausforderung Lieferkette

Hinzu kommt: Die mehrstufige und häufig intransparente Lieferkette für Kakao erschwert eine Kontrolle durch die Endabnehmer des Kakaos. In der Elfenbeinküste leben rund 800.000 Kleinbauern vom Kakaoanbau. Diese verkaufen ihren Kakao an Zwischenhändler, die ihrerseits den Kakao an Zwischenhändler verkaufen. Diese wiederum liefern die Bohnen an die Exporteure. Durch diese mehrstufige Lieferkette ist es für die Endabnehmer normalerweise schwierig, den Ursprung des Kakaos zurückzuverfolgen.

Der Kakaoanbau wird auch immer wieder mit kritischen Lebensbedingungen für die Kakaobauern in Verbindung gebracht. Berichte bestätigen inakzeptable Formen von Kinderarbeit, wie gefährliche Tätigkeiten oder Arbeit, die zu Lasten eines Schulbesuchs geht. Auch schlimmste Formen von Zwangs- und Sklavenarbeit kommen demnach vor – Zustände, die Nestlé nicht akzeptieren möchte. Kinderarbeit hat keinen Platz in unseren Lieferketten.

Der Nestlé Cocoa Plan: Nachhaltiger Kakao-Anbau

Für ein breites Portfolio an Markenprodukten benötigt Nestlé eine sichere Versorgung mit hochwertigem Kakao. Nestlé verarbeitet jährlich rund 400.000 Tonnen des Rohstoffs, etwa 10 Prozent der weltweiten Kakaoernte. Traditionell stammt ein erheblicher Teil hiervon aus Westafrika. Mehr als die Hälfte des von Nestlé bezogenen Kakaos stammt aus der Elfenbeinküste.

Nestlé betreibt selbst keine kommerziellen Kakaofarmen, sondern bezieht den Kakao in der Regel über Lieferkettenpartner von Kooperativen und den darin zusammengeschlossenen Kleinbauern.

Der 2009 öffentlich bekannt gegebene Nestlé Cocoa Plan vereint die Aktivitäten von Nestlé zur Förderung einer nachhaltigen Kakao-Versorgungskette unter einem Dach. Neben Westafrika erstreckt sich die Initiative auf Indonesien, Ecuador und Venezuela sowie Brasilien und Mexiko.

Der Cocoa Plan soll zur Bewältigung zentraler Probleme der Kakaobauern beitragen – aus wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Sicht. Wesentliches Ziel ist es, die langfristige Versorgung mit dem wichtigen Rohstoff sicherzustellen und gleichzeitig die Lebensbedingungen der Lieferanten und Partner in den Anbauländern zu verbessern. Die Prävention von Kinderarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Programms. Der Nestlé Cocoa Plan hat drei zentrale Säulen:

  • Die Unterstützung der Bauern durch Training, die Bereitstellung ertragsstarker Pflanzen, technische Unterstützung und Prämien
  • Die Verbesserung der sozialen Bedingungen durch Maßnahmen zur Prävention von Kinderarbeit, u.a. durch Unterstützung der Familien und der Gemeinschaften; den Bau von Schulen; die Förderung von Frauen sowie Unterstützung bei der Wasser- und Sanitärversorgung
  • Aufbau einer transparenten und sicheren Lieferkette für nachhaltig angebauten Kakao, durch langfristige Partnerschaften, Rückverfolgbarkeit des Kakaos bis zur Kooperative und Schutz der Umwelt in den Anbauregionen

Bei der Umsetzung des Programms arbeitet Nestlé mit Partnern zusammen, wie mit den Zertifizierungspartnern Fair Trade / FLO Cert und UTZ, der International Cocoa Initiative der World Cocoa Foundation, mit dem Cocoa Action Netzwerk, mit Organisationen für die Professionalisierung der Bauern wie Anader und Technoserve und mit der Organisation des Internationalen Roten Kreuzes bei den Wasser- und Sanitärprogrammen. Als erster Lebensmittelhersteller ist Nestlé Mitglied der Fair Labor Association geworden, die regelmäßige und unangekündigte Überprüfungen der Lieferkette in Hinsicht auf Arbeits- und Sozialstandards vornimmt und über die Ergebnisse öffentlich berichtet. Bis zum Jahr 2020 hat Nestlé zunächst Investitionen in Höhe von CHF 110 Millionen für den Nestlé Cocoa Plan vorgesehen.